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Welche Komponenten werden aus dem Aktive-Directory mit dem Exchange Server 2013verbunden?

Die Informationen aus dem AD DS sind in vier Partitionen unterteilt. Domänen-, Konfigurations-, Schema- und Anwendungspartition sind die Verzeichnispartitionen, die die Replikationseinheit im AD DS bilden. Der Begriff Partition ist nicht zu verwechseln mit der Partition aus dem Festplattenbereich. Mit Partition wir in diesem Beitrag die Formulierung „Aufteilung von Daten in einer Datenbank“ gemeint. MS benutzt den Ausdruck Partition in seinen Unterlagen selber, jedoch kann dies zu einer Verwechslung führen.

Die Domänenpartition beinhaltet alle im Domänenverzeichnis vorhanden Objekte. Diese Objekte der Domäne werden zu jedem DC (Domänencontroller) innerhalb einer Domäne verteilt und enthalten die konfigurierten Computer- und Benutzerkonten, sowie die erstellten Gruppen. Sind Domänencontroller als globaler Katalogserver konfiguriert, werden Teilmengen der Domänenpartition von den globalen Katalogservern aus der Gesamtstruktur auf den DC repliziert. Sollte ein Domänencontroller als globaler Katalogserver konfiguriert sein, enthält dieser eine vollständige Kopie aller Objekte aus der eigenen Domäne und zusätzlich sind Teilmengen aller Attribute von Objekten aus der Domäne der Gesamtstruktur vorhanden.

Eine Konfigurationspartition enthält die Daten der AD DS- und Anwendungskonfigurationen. Die Auskünfte über den Active-Directory-Standort und der Standortverknüpfung sind ebenfalls in dieser Partition. Es können zusätzlich auch Daten von verteilten Anwendungen oder Diensten dort gespeichert werden. Bei der Replikation der Gesamtstruktur werden alle Informationen vollständig übertragen. Die Speicherung von Daten in einer Gesamtstruktur ist mit Containern aufgebaut und bedeutet, dass die verschiedenen Typen von Konfigurationsinformationen jeweils in einem separaten Container gespeichert werden.

Definitionen aller Objekttypen mit ihren Attributen, die im AD DS erstellt werden können, findet man auf der Schemapartition. Die einer Gesamtstruktur befindlichen Domänen nutzen diese gemeinsam und AD DS repliziert die Schemapartition zu allen DC’s der Gesamtstruktur. Nur ein einziger Domänencontroller verwaltet eine veränderbare Kopie des Schemas. In der Regel ist dies der Schemamaster, der sich auf dem ersten Domänencontroller einer installierten Aktive-Directory-Gesamtstruktur befindet.

Man kann als Administrator manuell eine Anwendungspartition erstellen oder die Anwendung erzeugt die Partition während der Installation. Eine Anwendungspartition enthält – wie man vermuten kann – Anwendungsdaten, die von bestimmten Anwendungen genutzt werden. Angemerkt sei hier, dass MS Exchange 2013 keine Informationen auf der Partition speichert. Der größte Vorteil von Anwendungspartitionen besteht in der Flexibilität der Replikationen. Dies bedeutet, dass vom Administrator festgelegt werden kann, welcher Domänencontroller ein Replikat dieser Partition speichern soll.

Nun mehr zur Interaktion von MS Exchange 2013 mit zuvor genannten AD DS Partitionen. Hierbei fällt auf, dass die meisten Informationen der Konfigurationen eines Exchange Servers 2013 über das AD DS gespeichert werden.

AD DS Interaktion MS Exchange 2013, twistermax.de
AD DS Interaktion MS Exchange 2013, twistermax.de

Gesamtstruktur: Es besteht eine 1:1-Beziehung mit der Exchange Server-Organisation, das schließt automatisch 1:n, n:1 und n:m aus.

Schemapartition: MS Exchange Server 2013 ändert während der Installation die Schemapartition. Die Änderungen werden benötigt, damit die Erstellung von MS Exchange 2013 serverspezifischen Objekten zu ermöglichen und darüber hinaus werden bei vorhandenen Objekten Attribute hinzugefügt.

Domänenpartitionen: Hier gibt es für MS Exchange 2013 Informationen über die Empfängerobjekte. Benutzer mit einem aktivierten Postfach, Benutzer mit einer aktivierten eMail, Gruppen und Kontakte gehören zu diesen Objekten. Es gibt Vorkonfigurationen bei Objekten mit einer eMail-/Postfachaktivierung (z.B. das Attribut eMail-Adresse).

Globaler Katalog: Während der Installation von MS Exchange Server 2013 werden die eMail-Attribute von eMail- und postfachaktivierten Objekten zum globalen Katalog repliziert. Die globale Adressliste wird aus der Liste der Empfänger erstellt, die im globalen Katalog einer Aktive-Directory-Gesamtstruktur enthalten sind. Der Transportdienst für MS Exchange Server 2013 ruft beim Zustellen von Nachrichten den globalen Katalog auf, um den Speicherort eines Empfängerpostfaches zu ermitteln. Clientzugriffsserver (CAS) rufen den globalen Katalog auf, um den Postfachserver des Benutzers zu ermitteln und die globale Adressliste für Ms eMail Clients anzuzeigen.

Wichtig: Pro Standort einen Globalen Katalog bereitstellen, aber nicht als RODC oder ROGC.

Quelle:
– MOC-Unterlagen 21341